Wissen bewahren: Wie der Internationale Arbeitskreis Druck die Druckgeschichte lebendig hält

Wissen bewahren: Wie der Internationale Arbeitskreis Druck die Druckgeschichte lebendig hält

Wie selbstverständlich halten Menschen auch noch im Zeitalter der Digitalisierung Druckerzeugnisse in den Händen, ob das nun Bücher, Zeitungen oder auch Flyer sind. Wie sehr diese Medien und damit letztendlich die Technologien dahinter die Welt und Gesellschaften geformt haben, wird beim Blick in die Vergangenheit klar. Nicht erst seit Gutenberg haben solche Medien großen Einfluss darauf, welche Informationen fließen und welche Strömungen sich daraus ergeben.

Der Blick in die Druck- und Mediengeschichte ist daher auch immer der Blick in gesellschaftliche Situationen der Vergangenheit und kann gleichzeitig auch den Ausblick auf Bevorstehendes ermöglichen. Der Internationale Arbeitskreis Druck- und Mediengeschichte hat sich genau das zur Aufgabe gemacht. In dem Verein sind Historiker, Künstler und Techniker gleichermaßen vertreten. Mehr zu der Arbeit des Vereins gibt es in diesem Artikel zu erfahren.

Wer ist der Internationale Arbeitskreis Druck?

Alle Menschen verarbeiten täglich Informationen, die sie oft über Medien erhalten. Im digitalen Zeitalter haben Medien den Alltag fest in ihrem Griff, doch auch weiterhin gibt es Druckerzeugnisse, die großen Einfluss darauf haben, welche Informationen Menschen erreichen. Die Geschichte des Buches geht fast zweitausend Jahre zurück, Schriftrollen sind sogar noch viel älter. Vom Buchdruck wird dagegen meist erst ab dem 14. Jahrhundert gesprochen, auch wenn es schon vorher Druckwerke gab. Es zeigt sich also, dass die Geschichte des Drucks und der Medien wirklich weit zurückreicht. Und genau damit beschäftigt man sich beim Internationalen Arbeitskreis Druck- und Mediengeschichte, der 1983 ins Leben gerufen wurde.

Die Wichtigkeit der geschichtlichen Dokumentation und Aufarbeitung ist heute dringender denn je, da nicht nur altes Wissen bewahrt werden muss, sondern sich durch die Digitalisierung auch eine Verschiebung der Mediennutzung ergeben hat. Alte Medien werden immer mehr in den Hintergrund gerückt, was auch für die Technologie gilt, die damit in Verbindung steht. Der Verein hat es sich daher zum Ziel gesetzt, durch den Blick auf die Druck- und Mediengeschichte Wissen zu bewahren und eine Analyse der gesellschaftlichen Entwicklungen zu bieten. Dafür wird interdisziplinär gearbeitet.

In dem Verein, der seine Geschäftsstelle im Deutschen Zeitungsmuseum in Wadgassen im Saarland hat, arbeiten sowohl Sammler als auch Künstler, Techniker, Historiker und Kuratoren. Disziplinen, die hier aufeinandertreffen sind Geschichts-, Technik-, Sozial- und Buchwissenschaften. Es werden Tagungen organisiert, Publikationen erstellt, wozu unter anderem das Journal der Druckgeschichte gehört, und Zusammenarbeiten mit Forschungsinstituten und Museen gefördert.

Die Chronik des Vereins

Die Chronik des Vereins Der Arbeitskreis wurde 1983 in Wolfenbüttel gegründet. Verantwortlich dafür war Dr. Claus W. Gerhardt, der den Verein zusammen mit Druckhistorikern aus neun Ländern ins Leben rief. Gerhardt leitete den Arbeitskreis bis 1999 und wurde 2006 zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Schon 1984 wurde eine Geschäftsstelle in Mainz eingerichtet und 1986 erstmals am “Journal für Druckgeschichte” gearbeitet. Seit 1987 begannen internationale Tagungen, die in Städten wie Wien, London, Leipzig, Berlin und Reading ausgetragen wurden. In den neunziger Jahren wurde der Arbeitskreis weiter professionalisiert, was auch die finanzielle Förderung durch die Gesellschaft für Medienforschung mit einschließt.

2001 wurde erstmals ein neuer Band veröffentlicht, der zur Publikationsreihe “Beiträge zur Druckgeschichte” gehörte. 2002 gab es einige Änderungen, da der vormals nur als Arbeitskreis Druckgeschichte bezeichnete Verein in Internationaler Arbeitskreis für Druck- und Mediengeschichte umbenannt wurde. Ein Jahr später folgte die Veröffentlichung des Europa-Guide Schwarze Kunst. Dabei handelt es sich um eine Datenbank für Druck- und Papiermuseen. 2008 wurde bei einer Tagung das 25-jährige Jubiläum gefeiert, ab 2010 wurden die Jahrestagungen fortgesetzt, die den Fokus auf Litographie, Geschichte der Druckindustrie und Musiknotendruck legten. 2019 wurde ein Block ins Leben gerufen, zwei Jahre später gab es vom Internationaler Arbeitskreis Druck- und Mediengeschichte e.V. (IADM) eine Fortsetzung des Journals für Druckgeschichte.

Druckgeschichte ist auch der Blick auf die Gesellschaft

Auch wenn Johannes Gutenberg zurecht einen wichtigen und festen Platz in der Druckgeschichte hat, so hat er Druckerzeugnisse nicht erfunden. Schriften in Form von Schriftrollen und Büchern gab es schon wesentlich länger und auch Druckerzeugnisse wurden erstmals einige Jahrhunderte vor Gutenberg entwickelt. Dafür muss der Blick in Richtung China gehen. Schon im 9. Jahrhundert gab es dort erstmals den Blockdruck, wobei eine Seite aus Holz geschnitzt wurde und entsprechend vervielfältigt werden konnte. Später wurden bewegliche Lettern entwickelt, dennoch gab es aufgrund der Vielfalt der chinesischen Schriftzeichen immer wieder Limitierungen.

Druckgeschichte ist auch der Blick auf die Gesellschaft Johannes Gutenberg ist zuzuschreiben, dass er um 1450 herum den Buchdruck mit beweglichen Lettern revolutionierte. Dabei ging es nicht nur um die Lettern, sondern auch um die Handpresse, die Legierung und die Druckerfarbe. Dadurch wurden Bücher zu einem Massenprodukt, das schnell und wirtschaftlich rentabel hergestellt werden konnte. Der nächste große Sprung folgte im 19. Jahrhundert mit der Industrialisierung und den Dampf- und Schnellpressen. Dadurch wurden auch Zeitungen immer beliebter, außerdem konnten Bilder und Farben besser dargestellt werden. Seit einigen Jahrzehnten gibt es auch den digitalen Druck, sodass Daten direkt vom Computer aus gedruckt werden können. Selbst der 3D-Druck ist heute Realität. Nach Gutenberg wurde sogar eine Universität benannt.

Gesellschaftsgeschichte durch Medien

Drucktechnik steht immer in Verbindung mit dem Blick auf die Gesellschaft. Soziale Entwicklungen haben Technologien beeinflusst, die dann ebenfalls ihren Einfluss geltend gemacht haben. Das gedruckte Wort hatte schon immer eine große Wirkung, doch durch die Wirtschaftlichkeit und damit die Massenproduktion wurde der Einfluss immer größer. Das führte auch dazu, dass eine breite Bevölkerungsschicht Lesefähigkeiten entwickeln konnte. Für eine demokratische Gesellschaft, die informiert an Entscheidungen teilnimmt, ist das ein unersetzlicher Schritt. Ideen konnten sich verbreiten, ob nun religiös (Martin Luther), wissenschaftlich (Galileo Galilei) oder politisch (Karl Marx). Das Verständnis über diese Vorgänge kann beim Blick auf zukünftige Medien und deren Entwicklungen helfen.

Fazit zum Arbeitskreis Druckgeschichte

Fazit zum Arbeitskreis Druckgeschichte Der Internationale Arbeitskreis Druck- und Mediengeschichte leistet eine wichtige Arbeit, indem die Historie gedruckter Medien erforscht und aufbereitet wird. Druckgeschichte ist nicht einfach nur der Blick auf die Entwicklung von Technologien, sondern auch die Erforschung gesellschaftlichen Wandels.

Schon gab es eine starke Wechselwirkung zwischen Medien und Menschen, was bis zu den frühesten Höhlenzeichnungen zurückgeht. Wissenschaftler und Experten verschiedener Fachrichtungen arbeiten im Verein Hand in Hand, treffen sich bei Tagungen, bringen Publikationen heraus und arbeiten mit anderen Kulturinstitutionen zusammen. Weiterführende Informationen gibt es auf der Webseite des Vereins für die Schwarze Kunst.