Inhaltsverzeichnis:
Der Vordere Orient ist heute beinahe täglich Thema in den Nachrichten, doch der Blick in diese Region, die teilweise auch als Naher Osten bezeichnet wird, ist schon sehr alt und wird wissenschaftlich von der Orientalistik behandelt. Dazu gibt es verschiedene wissenschaftliche Vereinigungen, wobei in Deutschland die Deutsche Morgenländische Gesellschaft die älteste ist. Sie wurde bereits Mitte des 19. Jahrhunderts gegründet.
Sie ist verantwortlich für die Austragung der Deutschen Orientalistentage. Der nächste findet im September statt. Für fünf Tage geht es dafür an die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Parallel dazu findet der 31. Kongress der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Vorderer Orient statt. Besuchern steht frei, die Konferenz kostenlos zu besuchen. Alle Informationen zum DOT 2025 gibt es in diesem Artikel.
Schon seit über einhundert Jahren ist die Deutsche Morgenländische Gesellschaft für die Ausrichtung der Orientalistentage verantwortlich. Vor drei Jahren traf man sich dafür in Berlin, ein Jahr nach dem ursprünglich geplanten Datum, das aufgrund der Pandemie verschoben werden musste. In diesem Jahr wird es in Richtung Nürnberg gehen, genauer gesagt an die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.
Vom 8. bis zum 12. September 2025 wird die Fachtagung der Orientalistik stattfinden, die sowohl von der Universität als auch der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft ausgerichtet wird. Inhaltlich wird es um Kulturen, Sprachen und Gesellschaften des Nahen Ostens gehen, aber auch mit Bezug zu Afrika und Asien.
Vor Ort werden entsprechend Wissenschaftler und Forscher der Orientalistik und von verwandten Themengebiete sein. Daneben ist die Tagung aber auch für die Öffentlichkeit zugänglich. Wer also an bestimmten Vorträgen Interesse hat, kann diese kostenlos besuchen.
Es ist der 35. Deutsche Orientalistentag, in dessen Rahmen auch der 31. Kongress der DAVO (Deutsche Arbeitsgemeinschaft Vorderer Orient) durchgeführt wird. Aktuell können sich auch noch studentische Hilfskräfte bewerben, um bei der Tagung zu helfen. Professor Dr. Lutz Edzard und Dr. Cleophea Ferrari bilden in diesem Jahr das wissenschaftliche Organisationskomitee. Weitere Informationen gibt es auf der offiziellen Webseite der Tagung.
Grundsätzlich sind die Themen in 21 Sektionen unterteilt, die zur Orientalistik gehören oder damit verwandt sind. Unter anderem die Afrikanistik, die Ägyptologie, die Altorientalistik, die Indogermanistik, die Turkologie und die Islamwissenschaft. Als Orientalist ist man sprichwörtlich auf den Spuren von Indiana Jones unterwegs.
Die untersuchten Bereiche der Orientalistik gehen in der Geschichte sehr weit zurück, doch die Deutsche Morgenländische Gesellschaft hat selbst eine alte und reichhaltige Geschichte vorzuweisen. Gegründet wurde sie bereits 1845, genauer gesagt am 2. Oktober 1845, und wird damit in diesem Oktober 180 Jahre alt. Gegründet wurde die Gesellschaft in Darmstadt, hat aber ihren Hauptsitz heute in Halle an der Saale.
Einen großen Anteil an der Gründung der Gesellschaft hatte Heinrich Leberecht Fleischer, ein führender Orientalist und Arabist des 19. Jahrhunderts, der an der Universität Leipzig tätig war. Im Laufe der vielen Jahrzehnte hat die DMG immer wieder wichtige Impulse für das Fach und den Orientalistentag liefern können.
Schon seit 1847 wird eine Zeitschrift der Gesellschaft herausgebracht, die es auch heute noch gibt. Daneben gibt es aber auch viele weitere Publikationen, die im Namen der DMG erschienen sind. Bei vielen Gelegenheiten arbeitet man mit anderen Organisationen zusammen und fördert verschiedene Projekte wie das Wörterbuch der Klassischen Arabischen Sprachen. Bereits seit 1921 wird der Deutsche Orientalistentag durchgeführt, bei dem auch seit fast dreißig Jahren der Forschungspreis der Gesellschaft verliehen wird. Der Fokus der DGM liegt auf Kultur und Sprache des Nahen Ostens, wobei es auch immer wieder Überschneidungen mit Bereichen aus Afrika, Asien und Ozeanien gibt.
Der Vordere Orient hat geschichtlich eine hohe Bedeutung, da er oft als die Wiege der Zivilisation beschrieben wird. Dort entstanden vor über 5.000 Jahren die ersten Hochkulturen in Form von Städten und Reichen. Wichtige Meilensteine waren die Kultivierung der Landwirtschaft, die Erfindung der Schrift und das Erstellen erster Gesetzestexte. Reiche der Sumerer, Assyrer und Babylonier kommen in den Sinn. Persien und Ägypten treten ebenfalls auf den Plan. Diese altorientalistische Ära endete mit der Eroberung durch Alexander dem Großen im 4. Jahrhundert v. Chr., womit der Vordere Orient lange Zeit hellenistisch und danach römisch wurde.