Holy Cow

„Holy Cow“ ist ein Dokumentarfilm, der in einem aserbaidschanischen Dorf spielt. Im Jahre 2016 kam es auf dem Festival des deutschen Films zur Premiere. Das offizielle deutsche Startdatum war der 18. Februar 2016.

Holy Cow
  • - (Schauspieler)
  • Imam Hasanov (Regisseur)
  • Zielgruppen-Bewertung: Freigegeben ohne Altersbeschränkung

Noch heute haben die Dorfältesten das Sagen. Für viele Entscheidungen bedarf es in Aserbaidschan der Zustimmung der traditionsbewussten Menschen aus dem Dorf. Bauer Tapdiq fragt um Rat, weil er eine Kuh importieren möchte. Sie gibt mehr Milch als die Einheimischen. Doch mit der Aussage: „Eine Frau ist möglich, aber eine Kuh – nein!“, bringen die Ältesten den Bauer kurz aus dem Konzept. Neuerungen sind nicht beliebt. Wird Bauer Tapdiq sich an die Aussage halten?

Besetzung / Darsteller, Drehorte und Regie

Regisseur Imam Hasanov, von dem auch das Konzept für das Drehbuch „Holy Cow“ stammt, möchte der Welt das Leben im traditionsbewussten Land darstellen. Diese Arbeit gelingt ihm mit dem Kameramann Sarvar Javadov. Im Anschluss schneidet Philipp Gromov die einzelnen Szenen zum Film zusammen, zu einer Länge von 76 Minuten.

Die Produktion arbeitet mit den Firmen Kloos & Co. Medien GmbH aus Berlin, Conset Films und Free Art zusammen, in Co-Produktion mit dem ZDF, das Zweite Deutsche Fernsehen, zusammen. Imam Hasanov benötigte drei Jahre für die Fertigstellung von „Holy Cow“, wobei ihm Thomas Wallmann und Niklas Kammertöns im Ton-Design halfen.

Bereits am 19. November 2015 kam es zur Aufführung in Amsterdam, bei der IDFA. Musikalische Begleitung stammt von Le Trio Joubran und Fikret Nasirov.

Zusammenfassung & Inhalt vom Film „Holy Cow“

Tapdiq ist ein Bauer in Aserbaidschan. Imam Hasanov begleitete Tapdiq, mithilfe der deutschen, aserbaidschanischen und rumänischen Produktion. Im Fokus steht, wie sich ein traditionelles Dorf den neuen kulturellen Einflüssen öffnet. Der Bauer ist ein gottesfürchtiger und ehrbarer Familienvater, allerdings mit moderner Auffassung. Zum Beispiel schwirrt die Auffassung in seinem Kopf herum, dass jeder sein Glück in die Hand nehmen kann. In seinem Fall bezieht es sich darauf, dass er in den Besitz einer großen europäischen Kuh kommen möchte. Dabei geht es ihm um das Prinzip der Selbstverwirklichung, dem Ausprobieren und der Offenheit für neue Impulse.

 

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Im Dorf trifft Tapdiq eher auf Widerstand, doch völlig unerschrocken möchte er seinen Plan durchsetzen. Seine Vorgehensweise gleicht etwas Schelmenhaftem, dabei nimmt die Dokumentation Konturen einer Komödie an. Zu sehen sind Älteste, die im Dorf sitzen und sich über das Vorhaben von Tapdiq ereifern. Diese Redeweise gleicht für einige Menschen einem Klamauk.

Tapdiqs Unerschrockenheit zahlt sich letztlich aus, denn einer der Dorfältesten ändert seine Meinung. Dabei lautet seine Aussage: „Aserbaidschan gehört zu Europa“. Der Regisseur kann sogar in widersprechenden Argumenten den Wettkampf der Mentalitäten darstellen. Seine Meinungsänderung gründet auf der Idee, dass für Wohlstand von oben gesorgt werden muss, es hängt von jedem Einzelnen ab, wie die Dorfentwicklung voranschreitet.

Unser Bauer Tapdiq lässt sich von der Dorfmeinung nicht abbringen. Eines Tages steht eine große Kuh im Dorf, auch ohne Zustimmung. Aber schon bald dreht sich die Meinung um die neue „Madonna“. Tapdiq kümmert sich rührend um die Kuh und nach und nach lassen sich die Freunde und seine Frau besänftigen.

 

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Im Grunde genommen nutzt Hasanov die dramatische Geschichte nur als Aufhänger, damit ruhige Bilder aus dem täglichen Leben der Region, je nach Jahreszeit, um die Welt gehen. Tägliche Arbeiten des Bauern werden gezeigt: Hausbau, Wiese mähen oder Holz hacken. Noch wohnt die Familie nur in einem Bretterverschlag. Seine Frau kocht am Holzofen im Freien, Hühner laufen durchs Bild. Was deutlich wird in der Dokumentation, dass auch in einem einfachen, entbehrungsreichen Leben die Globalisierung nicht aufzuhalten ist. Zur Weihnachtszeit blinken Lichter am Plastikbäumchen und es laufen Nachrichten im Fernseher, die vom Dorfältesten mitverfolgt werden. In den letzten Szenen sind klobige Pkws zu sehen, die die Straßen am Fluss entlangfahren.

Fazit & Kritiken zum Film „Holy Cow“

Die Dokumentation „Holy Cow“ wirkt nicht nur dicht und unterhaltsam, zudem verbreitet er Optimismus. Dabei dient Tapdiq als Beispiel für die Botschaft in die Welt. Eine Annäherung der Kulturen und eine Verbindung zwischen Tradition und Modernem findet in kleinen Schritten statt.

Tapdiqs Traum, dass eine europäische Milchkuh in den Bergen von Aserbaidschan ein besseres Leben sichern kann, steht im Mittelpunkt. Bedenken, dass die Milch Krankheiten einschleppt und das Dorfleben verändert, werden ausgemerzt. Tapdiq kämpft mutig weiter gegen die konservative Haltung des Dorfs – mit Erfolg. Die Austragung der Hintergründe und Konflikte tragen ein wenig die Handschrift von Volker Koepp. Doch der Filmemacher setzt auf alltägliche Gespräche sowie auf Beobachtungen. Leider tauchen zwischendurch sehr gestellt wirkende Szenen auf, beispielsweise als Tapdiq ein Poster einer europäischen Kuh im Haus an die Wand hängt. Jedoch entsteht mit „Holy Cow“ ein Porträt einer starren Traditions-dominierten Gesellschaft.

Letzte Aktualisierung am 1.10.2022 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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