Sascha

Inmitten des pulsierenden Herzens Kölns entfaltet sich die Geschichte von Sascha, einem jungen, talentierten Pianisten, der zwischen familiären Erwartungen und seiner wahren Identität gefangen ist. Die Straßen der Domstadt bilden die Kulisse für diesen eindringlichen Film über das Erwachsenwerden, Selbstakzeptanz und das Ringen mit kulturellen Unterschieden. Dennis Todorović, ein Regisseur mit montenegrinischen Wurzeln, nimmt uns mit auf eine emotionale Reise. Dabei berührt er geschickt Themen wie Emanzipation, verlorene Lebensperspektiven und die Auswirkungen des Krieges in Ex-Jugoslawien.

Sascha
  • Bergmann, Tim, Bjelac, Predrag, Berg, Rolf (Schauspieler)
  • Todorovic, Dennis (Regisseur)
  • Zielgruppen-Bewertung: Freigegeben ab 12 Jahren

Sascha“ ist nicht nur ein Film über das Coming-Out eines jungen Mannes. Es ist auch eine Geschichte über Menschen, die sich nach Anerkennung sehnen und um ihre Träume und Wünsche kämpfen. Während Sascha mit seiner Sexualität ringt, hat jedes Familienmitglied seine eigenen Herausforderungen und Sehnsüchte. Das Zusammenwirken von Humor und Ernsthaftigkeit macht diesen Film zu einem unvergesslichen Erlebnis. Die Schauspieler bringen ihre Charaktere mit einer Tiefe zum Leben, die uns lange im Gedächtnis bleibt.

Besetzung / Darsteller, Regie und Drehorte

Sascha“ ist eine deutsche Tragikomödie aus dem Jahr 2010, inszeniert von Regiedebütant Dennis Todorović. Der Film, der eine Laufzeit von 101 Minuten und eine FSK 12 Altersfreigabe hat, erzählt die Geschichte von Sascha Petrović, dem heimlich schwulen Sohn einer montenegrinischen Gastarbeiterfamilie in Köln. Saša Kekez verkörpert die Hauptfigur, während andere Darsteller wie Tim Bergmann, Predrag Bjelac und Željka Preksavec tragende Rollen spielen. Die Produktionscrew umfasst Ewa Borowski als Produzentin, Peter Aufderhaar für die Musik, Andreas Köhler als Kameramann und Britta Strathmann im Schnittbereich.

Der Film feierte seine Premiere 2010 bei verschiedenen LGBT-Filmfestivals in den USA, darunter das renommierte Frameline in San Francisco und das Outfest in Los Angeles. Außerdem präsentierte man ihn beim Chicago International Film Festival. In Deutschland wurde „Sascha“ erstmals bei den 44. Internationalen Hofer Filmtagen 2010 vorgestellt, bevor er am 24. März 2011 in den Kinos anlief. Weitere Aufführungen fanden beim London Lesbian and Gay Film Festival und den ersten Queeren migrantischen Filmtagen in Wien statt, wobei Regisseur Todorović und Hauptdarsteller Kekez persönlich anwesend waren. Für den Heimkinomarkt brachte Salzgeber Medien & Co. GmbH die DVD am 27. September 2011 heraus.

Durchweg hat der Film bei verschiedenen LGBT-Filmfestivals zahlreiche Auszeichnungen erhalten. Darunter sind Preise wie der Zuschauerpreis bei Mezipatra in der Tschechischen Republik und der Titel „Bester Film“ bei Festivals wie Costa del Sol, Festival del Sol und Zinegoak. Bei den Queeren migrantischen Filmtagen in Wien erhielt der Film ebenfalls eine Auszeichnung und Hauptdarsteller Saša Kekez wurde als bester Schauspieler geehrt. Für ihre herausragende Performance als Stanka wurde Schauspielerin Željka Preksavec beim Festival de la Luna in Valencia als beste Schauspielerin prämiert. Peter Aufderhaar, der für die musikalische Untermalung verantwortlich war, erhielt den Förderpreis Deutscher Film bei den Hofer Filmtagen.

Handlung und Story vom Film „Sascha“

Während einer Familienrückfahrt aus Montenegro kauft Sascha, ein 19-jähriger, heimlich ein Schwulenmagazin. An der Grenzkontrolle entdeckt ein Polizist das Magazin in Saschas Rucksack, verrät ihn jedoch nicht. In Eigelstein angekommen, offenbart Saschas Klavierlehrer Gebhard, in den er verliebt ist, dass er bald nach Wien ziehen wird. Sascha ist darüber betrübt, doch ein Vorfall im Club, bei dem er Gebhard kühn küsst, wird von einem anderen Mann missbilligt und Sascha wird niedergeschlagen. Währenddessen entdeckt seine Mutter, Stanka, das Schwulenmagazin in seinem Zimmer und ist bestürzt.

Ein Konservatoriums-Vorspiel wird für Sascha und seine Freundin Jiao, die Geige spielt, organisiert. Doch Sascha bricht seine Darbietung mitten im Spiel ab und behauptet, er möchte nicht Klavier studieren. Während dieser Zeit beobachtet Saschas Onkel, Pero, wie Gebhard von einem Mann geküsst wird. Nach der missglückten Vorführung tröstet Gebhard Sascha, und die beiden verbringen die Nacht miteinander. Als Saschas Onkel Gebhard auf einem Foto erkennt, enthüllt er dessen sexuelle Orientierung gegenüber der Familie.

Der Plan steht fest

Am nächsten Morgen lehnt Gebhard Saschas Liebesgeständnis ab und hält an seinem Plan fest, nach Wien zu ziehen. Sascha versucht, den wahren Grund für sein Fehlen zu Hause zu vertuschen, indem er behauptet, er habe die Nacht bei Jiao verbracht. Sie treffen Saschas aufgebrachten Vater Vlado in der Kneipe, der bald Saschas Geheimnis entdeckt. Als Vlado in Wut eine Waffe auf Gebhard richtet, endet die Situation tragisch, wobei Saschas Bruder Boki angeschossen wird.

Einige Monate später besucht Stanka, die jetzt in Fischenich arbeitet, ihren inhaftierten Mann Vlado. Vlado teilt Stanka mit, dass er nach seiner Freilassung nach Montenegro abgeschoben wird, möchte jedoch, dass seine Familie in Deutschland bleibt. Bei einem Gefängnisbesuch verteidigt Vlado seinen Sohn, als ein Mitinsasse eine abfällige Bemerkung über Sascha macht. Dies zeigt, dass trotz der früheren Spannungen die Bindung zwischen Vater und Sohn erhalten bleibt.

Schließlich, während einer Paddelsitzung mit Boki, trifft Sascha erneut auf Peter, Gebhards ehemaligen Partner. Dieses Wiedersehen deutet möglicherweise auf neue Entwicklungen in Saschas Leben hin und darauf, dass er sich trotz der Herausforderungen und der Enthüllung seiner Sexualität weiterentwickelt.

Fazit und Kritiken zum Film „Sascha“

In Dennis Todorovićs Debütfilm „Sascha“ dreht sich alles um unerfüllte Sehnsüchte und eine komplexe Gefühlswelt, die von den unterschiedlichsten kulturellen Hintergründen geprägt ist. Das Bild des zögerlichen jungen Mannes an einer Zeitschriftenauslage verdeutlicht von Anfang an die Zerrissenheit der Titelfigur. Er ist eingeklemmt zwischen familiären Erwartungen und seiner eigenen Identität als schwuler Mann in der lebendigen Schwulenszene Kölns. Zugleich wirft der Film einen Blick auf das Ringen anderer Figuren, wie Saschas Mutter Stanka, die eigene Träume aufgegeben hat, um ihre Söhne in glanzvolle Karrieren zu drängen, oder Saschas Vater Vlado, der sich in der Vergangenheit als Draufgänger gesehen hat, bevor eine Kriegsverletzung alles veränderte.

Todorović, selbst in Deutschland als Kind einer montenegrinischen Familie geboren, schafft es, die Vielschichtigkeit der Charaktere herauszuarbeiten, ohne sie zu Karikaturen zu machen. Das Schauspielensemble liefert überzeugende Darstellungen, die die Intensität der Emotionen und Konflikte eindrucksvoll transportieren. Dabei schafft der Regisseur eine Balance zwischen ernsthaften Themen und humorvollen Momenten. Die Pointen entstehen durch die Unterschiede der Perspektiven, wobei der Film subtil auch tiefere Wunden, wie den Krieg in Ex-Jugoslawien, anspricht. „Sascha“ ist nicht nur eine Coming-out-Geschichte, sondern auch eine kunstvolle Verschmelzung verschiedener Milieus und Kulturen, getragen von einem Regisseur, der beide Welten kennt und sie meisterhaft in Szene setzt.

Letzte Aktualisierung am 14.07.2024 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API