Das Blaue vom Himmel

Die Geschichte von „Das Blaue vom Himmel“ spielt überwiegend, bis auf einige Rückblenden, im Jahre 1991. Während der Zeit bestreiten die baltischen Staaten gerade den schwierigen Weg in die Unabhängigkeit. Zeugin der Situation ist auch Fernsehjournalistin Sofia, die in Berlin wohnt. Plötzlich erreicht sie einen Anruf, der ihr ganzes Leben durcheinanderbringt.

Das Blaue vom Himmel
  • Amazon Prime Video (Video-on-Demand)
  • Juliane Kohler, Juliane Köhler, Hannelore Elsner (Schauspieler)
  • Hans Steinbichler (Regisseur) - Josephin Thayenthal (Autor)
  • Zielgruppen-Bewertung: Freigegeben ab 12 Jahren

Es handelt sich um einen deutschen Spielfilm aus dem Jahre 2011, der am 30. Mai in Essen Premiere feierte. Ein paar Tage später kam „Das blaue vom Himmel“ in die deutschen Kinos. Im Jahr zuvor fand eine Auszeichnung für den Bayerischen Filmpreis 2010 statt und er erhielt den Produzentenpreis.

Besetzung / Darsteller, Regie und Drehorte

Regisseur Hans Steinbichler, geboren 1966 und 30 Jahre später arbeitete er erstmals als Autor und Regisseur, erzeugt ein sehr realistisches Bild über die Umbruchzeit über eine Länge von 99 Minuten. Mithilfe des Drehbuchs von Josephin Thayenthal und Robert Thayenthal erreichte das Team eine Altersfreigabe ab dem 12. Lebensjahr.

Niki Reiser ist für die Musik des Spielfilms zuständig und Bella Halben führt die Kamera. So taucht Hannelore Elsner in der Hauptrolle als Marga Baumanis vor die Linse. Die nächste Hauptrolle ging an Juliane Köhler als Journalistin Sofia Schleier. Karoline Herfurth spielte die junge Marga und die letzte Hauptrolle ging an David Kross als junger Osvalds Kalnins.

In weiteren Nebenrollen sehen die Zuschauer: Niklas Kohrt, Rüdiger Vogler, Dace Eversa und Juta Vanaga. Die Szenen schnitt Mona Bräuer zum Film zusammen. Für das Ergebnis verlieh die Deutsche Film- und Medienbewertung in Wiesbaden das Prädikat „wertvoll“.

Handlung und Story vom Film „Das Blaue vom Himmel“

Die Handlung spielt überwiegend in Deutschland und Lettland, im Januar 1991. Oftmals sind Rückblenden aus den 30er- und 40er-Jahren zu sehen. Sofia lebt mit ihrem Mann in Berlin, wohingegen Marga, Sofias Mutter, im Seniorenheim in Bonn wohnt. Plötzlich erreicht Sofia ein Anruf: Ihre Mutter wurde in die Psychiatrie in Wuppertal eingewiesen, weil sie mit einem Taxi zur ehemaligen Wohnung gefahren, eingedrungen und Porzellan zerschlagen hat. Sofort fährt Sofia nach Wuppertal, um die Lage zu checken.

Vor Ort findet Sofia ihre Mutter fixiert am Bett vor. Leider ist die Demenz bereits weit fortgeschritten und sie erkennt ihre Tochter gar nicht mehr. Kurz entschlossen nimmt Sofia ihre Mutter und fährt mit ihr zum ehemaligen Elternhaus. Die nette Eigentümerin übergibt ihnen ein kleines Fotoalbum mit Aktfotos einer jungen Frau, sie hat es bei Renovierungsarbeiten gefunden. Sofia vermutet ihre Mutter und Vater Juris.

Verloren in der Vergangenheit

Doch als Marga die Fotos sieht, schreit sie und bricht in Tränen aus. Es zeigt sich immer deutlicher, dass sich bei Marga tiefe Sehnsucht und Ängste offenbaren. Immer weiter verliert sie sich in der Vergangenheit. Für sehr lange hatte Sofia keinen Kontakt zur Mutter und ist hilflos überfordert. Trotzdem nimmt sie Marga mit nach Berlin. Kurz darauf entdeckt Sofia, in der Tasche der Mutter, Fotos aus Lettland. Immer wieder beteuerte die Mutter, dass es keine Fotos mehr gebe und nun dies. Am nächsten Tag zerreißt Marga alle Fotos. Inzwischen ist Sofia vom Wissensdurst gepackt und reist, ohne Verständnis ihres Mannes, mit der Mutter nach Lettland.

Sie fahren nach Jūrmala, dort hat Juris mit Osvalds ein Fotoatelier betrieben. Jetzt kommt die Wahrheit ans Licht: Juris war mit Marga verheiratet, aber in Ieva verliebt. Sie ist die Frau auf den Aktfotos. Damals musste Marga vor den anrückenden Russen fliehen und Möbelpacker fanden dabei das Fotoalbum. So kam die heimliche Liebe ans Tageslicht. Tief verletzt blieb Marga in Lettland und sehnte sich nach Rache. Dafür druckte sie heimlich Flugblätter zum Widerstand gegen die Russen und versteckte diese bei Ieva. Danach denunzierte sie Ieva beim russischen Besatzungstrupp, was zur Deportation von Ieva nach Sibirien führte.

Osvalds erzählen Sofia auch, dass Ieva ihre Mutter ist und nicht Marga, weil Juris nach der Deportation zu Marga zurück. Allerdings blieben die mütterlichen Gefühle für Sofia aus. Inzwischen ist Sofia klar, dass sie Ieva in Riga aufspüren muss. Osvalds wissen nämlich, dass sie nach zwölf Jahren Gefangenschaft nach Riga zurückkehrte. Ieva ist mit der neuen Situation überfordert. Sofia soll ihre tot geglaubte Tochter sein? In dem Durcheinander stirbt Marga. Am Ende zeigt Sofia ihrer echten Mutter ein Bild des Enkels.

Fazit und Kritiken zum Film „Das Blaue vom Himmel“

Das Blaue vom Himmel“ ähnelt dem vorherigen Film von Hans Steinbichlers, denn es geht auch dort um Reisen und Lebenslügen, die zu Geheimnissen führen. Dabei griff der Regisseur auf eine ausgezeichnete und sehr prominente Besetzung zurück. Hinzu kommt die streckenweise formidable Kameraarbeit von Bella Halben. Es sind vor allem Bilder einiger Sequenzen, die die Vergangenheit beleuchte. Besonders sie weisen ein hohes Gespür für Licht auf und bestechen die Kamera mit einer großen Dynamik.

Ein kleiner Minuspunkt stellt die enorm emotionsgeladene Musik dar, die die Bilder mit noch mehr Gefühlen pushen möchte. Was gelegentlich an TV-Melodramen erinnert. Der Titel „Das Blaue vom Himmel“ ist passend, weil zum einen das Lügengebäude von Marga und Juris einstürzt. Und zum anderen von der milden Enttäuschung kündet, weil das enorme Talent Hans Steinbichlers nicht ganz den Erwartungen gerecht wird. Die DVD-Veröffentlichung erfolgte am 13. Januar 2012.

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