Rheingold

Rheingold“ ist eine filmische Biografie von dem kurdischen Rapper Giwar Hajabi alias Xatar. Mit seinen Eltern flüchtet er aus Teheran nach Deutschland und steigt ins Dealer-Geschäft und die Musik ein. Allerdings nicht für lange Zeit, denn schon schnell landet Xatar im Gefängnis.

Rheingold
  • Amazon Prime Video (Video-on-Demand)
  • Emilio Sakraya, Mona Pirzad, Kardo Razzazi (Schauspieler)
  • Fatih Akin (Regisseur) - Fatih Akin (Autor) - Fatih Akin (Produzent)
  • Zielgruppen-Bewertung: Freigegeben ab 16 Jahren

„Rheingold“ ist ein Spielfilm aus dem Jahre 2022. Das Drama basiert auf dem autobiografischen Roman „Alles oder Nix“ und zeigt das Leben des deutschen Musikproduzenten und Rappers. Auf dem Filmfest in Hamburg fand die erste Vorführung statt, dies war am 1. Oktober 2022. Eine Woche später landete die Koproduktion in den deutschen Kinos. Kurz darauf gab es eine Nominierung für den Deutschen Filmpreis in der Kategorie „Bester Spielfilm“, die allerdings nicht zur Auszeichnung kam. Mittlerweile ist „Rheingold“ auch als DVD und Blu-Ray erhältlich. Bereits am ersten Wochenende sahen rund 170.000 Zuschauer den Film im Kino. Nach drei Wochen beliefen sich die Kinobesucher auf 670.000, was Einspielergebnisse von knapp 6,8 Millionen Euro bedeutete.

Besetzung / Darsteller, Regie und Drehorte

Regisseur Fatih Akin liefert einen realistischen Spielfilm „Rheingold“ und er selbst sorgt auch für das Drehbuch, das auf den autobiografischen Roman basiert, und eine Länge von 138 Minuten aufweist. In der Produktion arbeitet Fatih Akin mit Nurhan Sekerci-Porst und Herman Weigel zusammen. Das Projekt wurde im Februar 2021 bekannt und schnell stand Emilio Sakraya für die Hauptrolle als Giware Hajabi / Xatar fest. Im Dezember begannen dann die Dreharbeiten an den Originalschauplätzen in Bonn sowie in Brandenburg, Baden-Württemberg, Hamburg und Nordrhein-Westfalen. Fatih Akin arbeitet mit seinen langjährigen Weggefährten zusammen, dazu gehört Kameramann Rainer Klausmann und im Schnitt Andrew Bird.

Ilyes Raoul spielt in dem Drama ab sechzehn Jahre den jugendlichen Giware Hajabi. Mona Pirzad zeichnet den Charakter Rasal Hajabi und Kardo Razzazi ist als Eghbal Hajabi zu sehen. In weiteren Rollen sehen die Zuschauer: Sogol Faghani, Madouna Said, Eno, Arman Kashani, Adjmal Sheerzoi, Majid Bakhtiari, Julia Goldberg, Karim Günes, Hussein Eliraqui, Doğa Gürer, Minú Köchermann, Marlon Heidel, Samir Jebrelli, Jennifer Woß, Meto Ege, Denis Ölmez und Denis Moschitto.

Handlung und Story vom Film „Rheingold“

Giwar Hajabi ist im Iran geboren. Mittlerweile ist er als Rapper und Musikproduzent Xatar bekannt. Im Laufe der Zeit kann Xatar auf ein bewegtes Leben zurückblicken. Mitte der 80er-Jahre flüchten seine Eltern aus dem Irak nach Deutschland. Alle in der Familie sind iranische Kurden. Schon früh prägen Vater und Mutter das musikalische Talent des Kindes, denn beide sind Musiker. Giwar lernt also Klavierspielen. Frisch nach Deutschland eingereist hat die Familie nicht viel Geld und sie lebt recht ärmlich in Bonn in einer Sozialbausiedlung. Kurz darauf bekommt der Vater eine Anstellung als Dirigent und verlässt Frau und Kinder. In jugendlichen Jahren driftet Giwar bereits in die Kleinkriminalität ab, um an Geld und Ruhm zu kommen. Dazu gehören, Raubkopien von Pornos hin zum Verkauf von Betäubungsmitteln.

Allerdings sind die Menschen in dem Milieu oftmals nicht ehrlich und nach einigen schlechten Erfahrungen beginnt er mit Kampfsport und Kraftsport. Damit legt er den Grundstein für seinen Spitznamen „Xatar“ (gefährlich). Bei einem Besuch im Club sieht Xatar SSIO, damals trat er unter dem Namen Kanakonda auf, und er lernt seinen Beatproduzenten kennen. Unter dem Einfluss schreibt Xatar seine ersten Texte. Gleichzeitig steigt er zum Großdealer auf, wobei er nur knapp einer Razzia entkommt und nach Holland flüchtet. Dort startet sein Musikstudium, welches er nicht ernst nimmt und nebenbei für einen Bekannten als Türsteher- und Clubunternehmer arbeitet. Etwas später hebt Deutschland den Haftbefehl auf, sodass Xatar nach Bonn zurückkehrt und gründet sein Musiklabel.

Unter Wasser verborgen

Natürlich benötigt er zum Start recht viel Geld und so schmuggelt er für einen Drogenboss flüssiges Kokain, jedoch zerstört er das Gut aus Versehen. Damit er nicht in der Schuld des Bosses steht, plant Xatar einen Goldraub mit ein paar Komplizen. Doch das Verbrechen hat fatale Konsequenzen für Giwar. Die Sache geht schief und ein weiteres Mal befindet sich Xatar aus der Flucht. Er wird in einer syrischen Haftanstalt gefoltert und nach Deutschland ausgeliefert. Sein Gerichtsverfahren verspricht ihm eine mehrjährige Haftstrafe. Sein Vater besucht ihn im Gefängnis. Ihm verrät er, dass er seine Zeit im Knast gut nutzen möchte, und beginnt heimlich, Texte für seinen Produzenten aufzunehmen.

Für die Übertragung tauschen die beiden Parteien die Musik durch geschmuggelte SD-Karten aus und seine erste CD entsteht. Eines Tages bittet ein Haftwärter ihn um eine Unterschrift auf der CD seines Sohnes. Das ist der das erste Mal, dass der Musiker selbst seine CD in Händen hält. Nun beamt der Film uns in die Gegenwart: Die Plattenverkäufe von AON ermöglichten es dem Ex-Knacki sich ein Haus am Rhein zu kaufen. Im Bild erscheint seine Tochter und Xatar erklärt ihr, dass er kein Krimineller ist. Heimlich fragt sie ihn nach dem Verbleib des Diebesgutes, worauf der Vater ihr ins Ohr flüstert. Zum Abschluss fährt die Kamera auf den Grund des Rheins. Im Bild schwimmen drei Meerjungfrauen an einem großen Goldklumpen vorbei. Es ist eine Anspielung auf die drei Rheintöchter aus einer Oper, die Xatar damals mit seinem Vater besuchte.

Fazit und Kritiken zum Film „Rheingold“

Der Coup und die direkten Nachwirkungen nehmen in „Rheingold“ zu viel Platz ein. Anfänglich wird ziemlich schlüssig dargestellt, wie der brave Junge zu einem Kriminellen mutiert, doch warum aus dem Gangster ein Rapper wird, ist arg holprig. Es wirkt, als würde Xatar seine Liebe zur Musik nur aufgrund von Langeweile im Knast ausleben. Die Metamorphose vom Saulus zum Paulus ist erzählerisch hauchdünn unterfüttert, was etwas verlogen wirkt. Zudem schockiert „Rheingold“ trotz seines leichten Tons mit konsequenten Gewaltspitzen.

Fazit: Fatih Akin konnte sich nicht recht zwischen einer ernsthaften Biografie oder einer Komödie entscheiden. So liefert er ein visuell überzeugendes, auch unterhaltsames, aber auch ein ziemlich zerfahrenes Werk ab.

Letzte Aktualisierung am 22.05.2024 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API